Selbst eingerichtet
- Die zwölf Wörter wurden nur Mira gezeigt.
- Sie kennt die öffentliche Geldfachnummer.
- Sie hat die Wallet selbst gesperrt und die PIN gewählt.
- Sie kann den Zugang mit den Wörtern wiederherstellen.
KP-080 · Kapitel 10
Ein Geschenk. Ein fehlender Zugang.
Eine neue Wallet, eine bekannte PIN und ein freundliches Versprechen: Das Geschenk wirkt praktisch. Doch Mira hat das Gerät nicht selbst eingerichtet. Sie muss herausfinden, ob sie damit wirklich einen eigenen Zugang besitzt – oder nur eine Tür, zu der jemand anders noch den Ersatzschlüssel hat.

Das Angebot
Der Mann mit den kupferfarbenen Brillengläsern hält Mira ein silbernes Etui hin. Die Wallet darin sieht neu aus. Er nennt sie ein Sicherheitspolster für fünfhundert oder tausend Satoshi.
Mira: „Muss ich dafür etwas unterschreiben?“
Der Mann: „Kein Antrag. Kein Warten. Nur ein Geschenk.“
Der Mann: „Sobald du etwas darauf übertragen hast, besitzt du eine sichere Reserve.“
Auf der Rückseite verläuft eine winzige Kerbe, als hätte dort einmal ein Aufkleber geklebt. Hinter dem Mann flackert auf einem Wegweiser kurz ein schiefes grünes Quadrat.
Eine PIN kann dieses Gerät öffnen. Sie verrät noch nicht, wer den geheimen Schlüsselzugang kontrolliert.
Vergleichen statt vertrauen
Keya nimmt Mira die Entscheidung nicht ab. Sie bittet sie nur, beide Zugänge miteinander zu vergleichen.
Ein Gerät kann in Miras Hand liegen, während der entscheidende Zugang trotzdem noch jemand anderem gehört.
Die Spur im Gerät
Die Wallet funktioniert. Genau das macht sie gefährlich: Ein funktionierendes Gerät kann den falschen Eindruck vermitteln, der Zugang sei sicher.
Die PIN öffnet das Gerät. Noch ist nicht geklärt, wer die Wiederherstellungswörter besitzt.
Die Wiederherstellungswörter wurden bei der Ersteinrichtung angezeigt. Mira war dabei nicht anwesend.
Gerätsschutz ist nicht Zugangskontrolle
Mira könnte die PIN ändern. Das würde verhindern, dass jemand dieses eine Gerät mit der alten PIN öffnet. Es würde aber keinen Schlüssel auf einem anderen Gerät verändern.
Wer die zwölf Wörter kennt, kann auf einer passenden neuen Wallet denselben Schlüsselbund wiederherstellen und später dieselben ausgebbaren Einträge nutzen.
„Er hat mir also eine Tür geschenkt und den Ersatzschlüssel behalten.“
Bevor Geld fließt
Wähle nicht nach Aussehen oder Bequemlichkeit. Prüfe, ob Mira die Kontrolle über den Zugang erklären kann.
Eine sichere Entscheidung beginnt vor der ersten Zahlung.
Eine Spur – noch keine Antwort
Keya legt eine durchsichtige Beweishülle auf den Tisch. Unter der Kerbe des Etuis werden verblasste Ziffern sichtbar: 19.204.
Vielleicht gehören sie zum Mann. Vielleicht zu etwas anderem. Mira schreibt die Zahl auf, entscheidet aber noch nicht, was sie bedeutet.
Das schiefe grüne Quadrat ist wieder verschwunden. Die Wallet und die Zahl bleiben als prüfbare Spuren zurück.
In eigenen Worten erklären
Die Karte ist keine Belohnung fürs Nachsprechen. Sie gehört Mira erst, wenn sie den Zusammenhang selbst erklären kann.
Öffentlich empfangen. Geheim schützen. Gerät ersetzen können.

Grundlagenkarte G1
Öffentlich empfangen. Geheim schützen.
Mira darf ihre öffentliche Geldfachnummer zeigen. PIN, Geheimschlüssel und Wiederherstellungswörter bleiben geschützt. Das Gerät kann ersetzt werden, solange ihre geheime Sicherung erhalten bleibt.